VNC in der Praxis

Dieses Kapitel zeigt Beispiele für die Verwendung von VNC-Verbindungen. Wie eine solche Verbindung einzurichten ist, erfährst Du >> hier <<.

Sinn und Nutzen

VNC-Verbindungen werden häufig dann eingesetzt, wenn eine Fernwartung erwünscht oder nötig ist, beispielsweise in Firmen, wo der Computeradministrator nicht von Computer zu Computer bzw. von Büro zu Büro gehen kann, weil diese in großen Komplexen sehr weit auseinander liegen können. Der Computeradministrator ist mit VNC in der Lage von seinem Arbeitsplatz aus alle entsprechend konfigurierten Computer fernzuwarten bzw. -steuern. Fällt einem Mitarbeiter ein Problem auf kann er den Administrator kontaktieren und dieser etabliert eine VNC-Verbindung und kann ohne viel Aufwand das Problem von seinem Arbeitsplatz aus bearbeiten.

Aber auch im privaten Bereich ist eine VNC-Verbindung nicht uninteressant, beispielsweise wenn man mehrere Computer im Haus verteilt hat und von einem Standpunkt aus alle anderen kontrollieren möchte. Ich persönlich habe VNC meist dann benutzt, wenn ich jemand anderem etwas zeigen oder bei einem Problem helfen wollte. Denkbar wäre so auch Redaktionsarbeit, bei der mehrere Benutzer von verschiedenen Computern aus auf ein und das selbe Dokument zur selben Zeit zugreifen. Es ist natürlich in jedem dieser Fälle sinnvoll, wenn alle telefonisch oder auf ähnliche Weise miteinander verbunden sind, sonst weiß natürlich keiner was der andere macht :)

Wie sieht das dann aus?

Ist eine VNC-Verbindung erfolgreich etabliert hat der Client ein Fenster offen, in dem ihm der Bildschirminhalt des Servers angezeigt wird. Je nach Konfiguration kann der Client nun Maus und Tastatur steuern oder aber nur “zusehen”, was der Benutzer, der tatsächlich am Server sitzt und dort arbeitet, tut.

Auf dem Server wird in der Regel eine Benachrichtigung angezeigt, dass derzeit ein Client Zugriff erlangt hat. Der Client hat dann (je nach Konfiguration) volle Kontrolle über den Rechner und es mutet tatsächlich etwas seltsam an, wenn sich plötzlich Mauszeiger und Buchstaben selbständig machen :)

Möchte derjenige, der am Server sitzt und arbeitet nicht mehr, dass der Client seinen Computer fernsteuert, so kann er dies mit einer voreingestellten Tastenkombination beenden. Der Client verliert die Verbindung (oder wird in den Zuschauermodus versetzt) und der Benutzer am Server kann wieder selbst arbeiten. Möchte der Client die Verbindung beenden, so kann er das in der Regel durch einfaches schließen des Fensters tun und dem Server wird dann angezeigt, dass der Client die Verbindung beendet hat und nicht weiter die Kontrolle über den Computer innehat.

Wo ist der Haken?

Nachteile von VNC sind die oftmals hohe Datenrate, da ja der gesamte Bildschirm übertragen wird, mehr oder weniger als Bilddateien, und jeder weiß, dass Bilddateien beim Browsen die höchste Datenmenge einnehmen. Nur werden hier Bilder in der Größe einer Desktop-Auflösung versendet und jede Sekunde oder noch öfters aktualisiert. Die Daten werden zwar komprimiert, aber dennoch ist selbst bei einer schnellen Verbindung oft noch eine Verzögerung spürbar. Für langsame Verbindungen können die Daten so sehr komprimiert werden, dass z.B. nur noch 8, 64, oder 256 Farben übertragen werden. Das Bild wird dadurch natürlich entstellt, aber ein flüssigeres Arbeiten wird somit möglich. Ohnehin sollte VNC nicht direkt für Dia-Shows oder gar hochauflösende Anwendungen wie Grafiksoftware oder Spiele verwendet werden. Für das Arbeiten mit Office-Anwendungen ist VNC jedoch hervorragend geeignet, da dabei keine komplexen Farbmuster übertragen werden müssen. Die Einstellung den Desktophintergrund während einer VNC-Sitzung auszublenden, spart ebenfalls wertvolle Bandbreite.

Ein weiterer Nachteil ist, dass bei fehlerhafter Konfiguration eventuell andere von außen auf den Rechner zugreifen können und beobachten oder gar steuern können. Dies sollte mit einer Passwortabfrage oder einer erweiterten Authentifikationsmethode verhindert werden. Zudem sollte der Server möglichst nur dann aktiv sein, wenn er auch gebraucht wird.

nach oben ↑