HvO

Ist die Erste Hilfe erfolgt und der Notruf abgesetzt, so kann es sein, dass bereits die HvO ins Haus kommen. HvO für Helfer vor Ort. Die Helfer vor Ort sind eine Gruppe ehrenamtlicher Ortsvereinsmitglieder, die neben ihrem Dienst in der Bereitschaft der Schnelleinsatzgruppen, die bei größeren Schädensfällen als Unterstützung der am Einsatz beteiligten Rettungskräfte fungieren, noch ihre Zeit zur Verfügung stellen und sich rund um die Uhr in Alarmbereitschaft befinden.

Helfer vor Ort werden von der Leitstelle parallel zum Rettungswagen alarmiert und fahren den Einsatzort gleichzeitig an. Die Ortskundigkeit und der Standortvorteil der Helfer vor Ort ermöglicht es, bereits 3-4 Minuten nach Alarmierung, also sehr bald nach Eintreten des Notfalls beim Patienten zu sein. Das heißt, sie kommen in aller Regel aus der unmittelbaren Umgebung und haben eine gute Ortskenntnis, wodurch kurze Anfahrtswege und somit auch kurze Anfahrtszeiten möglich sind. Da diese Helfer im Ehrenamt arbeiten, sind ihre Qualifikationen unterschiedlich, dennoch ist jeder, der im Helfer vor Ort-Dienst Einsätze fährt zu erweiterter Erster Hilfe qualifiziert, was z.B. das Blutdruckmessen, das verabreichen von Sauerstoff, das richtige Lagern und das beruhigen des Patienten beinhaltet. Somit können sich qualifizierte Ersthelfer ein Bild von der Lage machen und bei Eintreffen des Rettungsdienstes eine fachlich präzise Rückmeldung geben, was weitere ein bis zwei Minuten der Anamnese (Notfallhergang, Vorgeschichte, Ursachenfindung) erspart. Im folgenden Kapitel werden auch einige Notfälle behandelt, bei denen sofortige qualifizierte Hilfe unabdingbar für die Überlebenschancen des Patienten sind, wobei die Helfer vor Ort, durch ihr frühes Eintreffen einen großen Beitrag leisten können.

Helfer vor Ort, auch bekannt als First Responder oder Notfallhilfe, gehen in der Regel von freiwilligen Helferinnen und Helfern der Ortsvereine der vereinzelten Hilfsorganisationen aus, zu denen außer dem Roten Kreuz auch Arbeiter-Samariter-Bund, die Malteser und die Johanniter Unfallhilfe zählen. In größeren Stadtgebieten übernimmt die Feuerwehr die Aufgaben des Rettungsdienstes, dort kommen oft auch Mitglieder der Feuerwehren als ehrenamtliche Ersthelfer zum Einsatz.

In manchen Gebieten kommen die Helfer vor Ort mit Einsatzfahrzeugen, die vom Ortsverein gestellt werden, wodurch sie oft nicht vom regulären Rettungsdienst zu unterscheiden sind. In anderen Gebieten kommen die HvO mit privaten Fahrzeugen, sofern dies die Straßenverhältnisse und örtlichen Begebenheiten zulassen. Sie bringen, entsprechend den finanziellen Möglichkeiten der einzelnen Ortsvereine, medizinisches Material wie Blutdruckmanschetten, Sauerstoffflaschen, Pulsoxymeter, Verbandmaterial und AEDs mit, um vor Ort erweiterte erste Hilfe einleiten zu können. Das Material wird komplett von den Ortsvereinen gestellt und von den Krankenkassen nicht - wie im Rettungsdienst - bezuschusst. Deshalb freuen sich Ortsvereine derlei Hilfsorganisationen jederzeit über eine kleine Spende. Es könnte Dein Leben sein, dass sie mit dem Material retten! ;)

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