Schlaganfall
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Ursachen
Der Schlaganfall (Apoplexia cerebri, in der Medizin umgangssprachlich Apoplex genannt) ist ein häufiges Krankheitsbild bei älteren Menschen, kann jedoch theoretisch in jedem Lebensalter auftreten. Der Apoplex ist eine akute (d.h. schnell und plötzlich eintretend) neurologische Erkrankung, die in den meisten Fällen durch ein Blutgerinnsel im Gehirn ausgelöst wird. Dieses Blutgerinnsel verlegt eine sauerstoffzuleitende Ader (Arterie) entweder partiell oder vollständig infolge dessen der von dieser Arterie versorgte Gehirnbereich eine Minderdurchblutung und dadurch eine Minderversorgung mit Sauerstoff (Hypoxie) erfährt.
Das Blutgerinnsel stammt dabei immer aus dem kleinen Blutkreislauf (mehr lesen…) und gelangt über die Halsschlagader ins Gehirn. Ursachen für einen Schlaganfall können jedoch auch andere angeschwemmte „Fremdkörper“ sein, die eine Arterie verlegen (z.B. Luft >>Luftembolie<<, Fett >>Fettembolie<<, …), diese treten aber kaum natürlich auf sondern sind Komplikationen bei operativen Eingriffen oder traumabedingt >>Trauma_(Medizin)<<.
Symptome
Die Symptome eines Schlaganfalls sind sehr vielfältig und hängen stark vom Ausmaß der arteriellen Verlegung im Gehirn ab. Es gibt Schlaganfälle, die beinahe ohne Symptome einhergehen und wieder andere, bei denen sich multiple Auffälligkeiten zeigen.
Die wichtigsten Merkmale sind die Erschlaffung einer Körperhälfte (Arme, Beine), ein hängender Mundwinkel (ebenfalls durch die halbseitige Lähmung (Hemi-Parese) begründet) und damit Verbunden Sprachstörungen, Wortfindungsstörungen, Schluckbeschwerden und Schwindel. Das Sehen von Doppelbildern, Sichtfeldstörungen und -ausfälle sowie eine Pupillengrößendifferenz (Anisokorie) sind weitere, jedoch seltener auftretende Symptome. Oft treten die Symptome auch nur abgeschwächt bzw. teilweise auf (z.B. nur eine Lähmung eines Armes anstatt einer ganzen Körperhälfte bzw. anstatt Lähmung Gefühlsstörungen). Die einseitige Symptomatik ist dadurch zu erklären, dass das Gehirn aus zwei Hälften besteht, wobei jede Hälfte für eine – und zwar die gegenüberliegende Körperhälfte – zuständig ist. D.h. wenn eine Halbseitenlähmung der rechten Körperhälfte auftritt, liegt in der linken Gehirnhälfte eine Minderdurchblutung vor.
Schwierig wird das Erkennen der Symptome bei vollkommener Bewusstlosigkeit, wenn keine Lähmung feststellbar ist, da durch den Bewusstseinsverlust alle Körperteile erschlafft sind. Bewusstlosigkeit tritt eher selten auf und ist meist nicht allein durch einen Schlaganfall bedingt sondern wird durch eine weitere Störung hervorgerufen.
Behandlung
Erste Hilfe:
Der Schlaganfall ist ein Notfall, bei dem die Ersthelfer wenig tun können. Den Patienten zu beruhigen sofern nötig und ihn betreuuen hilft bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes dem Patienten mehr, als irgendwelche anderen Maßnahmen. Einige Dinge sollte man nicht tun:
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orale Verabreichung von Getränken oder Essen (s. Symptome → Schluckstörungen) (Aspirationsgefahr!)
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Zum Aufstehen / Hinlegen animieren: meist sind die Patienten nicht mehr in der Lage zu Laufen, geschweige denn zu stehen. Meist ist es besser sie in der Situation zu belassen in der sie sich befinden (s. nächster Punkt)
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Lagerung angenehm gestalten, d.h. für den Patienten vorteilhaft:
Wenn der Patient im Sessel sitzt kann man ihn dort sitzen lassen, sofern er nicht herausfallen kann. Liegt der Patient im Bett hat es wenig Sinn ihn aufzurichten oder zum hinsitzen zu bewegen, da er aufgrund der Halbseitenlähmung vermutlich zur Seite wegkippen wird.
Wichtig: Bei der Lagerung ist darauf zu achten, dass der Patient ausreichend Luft bekommt, da durch die Schluckstörungen und Gesichtslähmungen auch Atemwegsverlegungen auftreten können, deshalb ist bis zum Eintreffen weiterer Hilfe eine sitzende Haltung von Vorteil, jedoch nicht empfehlenswert, wenn der Patient beispielsweise im Bett liegt (s.o.) -
Keine Medikamentengabe! Im Akutfall sollte von nicht-Fachpersonal keine Medikamentengabe erfolgen (s.u.)
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Jeder Schlaganfall ist ein Notfall! Das bedeutet: Notruf (112) absetzen und ruhig und sachlich die beobachteten Symptome schildern.
Der Rettungsdienst:
Die anfahrenden Kräfte (in diesem Fall ein Rettungswagen und ein Notarzt) werden zunächst die Atemwege sichern (um zu gewährleisten, dass der Patient genügend Luft bekommt) und den Blutdruck messen, um eine Differentialdiagnose zu stellen, denn ein weiteres Notfallbild mit genau den selben Symptomen ist die Gehirnblutung, die meist dann auftritt, wenn der Blutdruck nach oben hin entgleist ist, also weit über dem Normalwert (des Patienten) liegen. Eine gesicherte Diagnosestellung vor Ort ist jedoch nicht möglich. Deshalb ist es wichtig, den Patienten möglichst rasch einer Computertomographischen Einrichtung zuzuführen (CT) um dort sehen zu können, ob es sich „nur“ um einen Schlaganfall oder um eine Gehirnblutung handelt. Blutungen erfordern meist eine Operation, beim Schlaganfall kann medikamentös behandelt werden. Mit Antikoagulantien (Gerinnungshemmer) und Thrombolytika (Blutgerinnsel auflösende Medikamente) kann die „verstopfte“ Arterie wieder eröffnet werden.
Deshalb ist es wichtig zuerst zu wissen, ob es sich um einen Schlaganfall oder eine Gehirnblutung handelt, da eine Schlaganfalltherapie bei einer Gehirnblutung den Patienten töten würde, denn die Gerinnungshemmer und Thrombolytika würden die Blutung stark fördern und relativ schnell den Tod herbeiführen. Deshalb sollten auch Angehörige keinerlei Medikamente verabreichen, selbst wenn diese vom Arzt zur regelmäßigen Einnahme verordnet sind; der Schlaganfall ist ein Akutereignis und kann der Verordnung der Medikamente widersprechen.
Wichtig ist auch das Zeitfenster, in dem die Behandlung im Krankenhaus erfolgt, deshalb ist eine schnelle (sofortige!) Meldung an die Rettungsleitstelle über die Notrufnummer notwendig. Der Rettungsdienst wird so schnell wie möglich die Klinik anfahren, um innerhalb der 2-3 Stunden, in denen eine Therapie noch erfolgsversprechend ist, den Patienten ins Krankenhaus zu verbringen. Je früher der Patient behandelt werden kann, desto größer die Chance, dass er ohne Folgeerscheinungen bleibt bzw. wieder vollkommen genesen kann.